Korkensammlung läuft weiter

mit einem anderen Verwerter.

Seit 2004 werden an den Korkensammelstellen in Steinhagen fleißig Korken gesammelt.

Bisher wurden die gesammelten Korken an die Korkkampagne des Naturschutzbundes (NABU) Hamburg zur Verwertung gegeben. Leider ist ein Transport der Korken nach Hamburg aufgrund der bestehenden logistischen Schwierigkeiten nicht mehr möglich. Es musste ein anderer Korkenverwerter gefunden werden, der einen Abtransport der Korken gewährleistet.
KorkensammelstelleGroßbildansicht

Diesen hat die Gemeinde Steinhagen in der Diakonie Kork im badischen Ortenaukreis gefunden, die über das Projekt "Korken für Kork" seit 1991 Korken sammelt und verwertet.
12 Arbeitsplätze für behinderte Menschen konnten durch das Sammelprojekt über die Jahre geschaffen werden. In den Hanauerland Werkstätten werden die Korken sortiert und granuliert. Sie finden als Hohlraumdämmung im ökologischen Alt- und Neubau Verwendung und sind ein guter und natürlicher Dämmstoff gegen Hitze, Kälte und Lärm.

Mit den Erfahrungen aus der Korkenverwertung wurde ein Leichtlehmziegel aus Korkschrot, Lehm, Stroh und Wasser entwickelt, der mittlerweile erfolgreich hergestellt und vermarktet wird und sich für die Ausmauerung von Fachwerk oder die Ständerbauweise hervorragend eignet.

Neben der sozialen Komponente durch die Beschäftigung behinderter Menschen hat die Wiederverwertung von Flaschenkorken auch einen ökologischen Aspekt. Die Korken werden aus der Rinde der im Mittelmeerraum wachsenden Korkeichen gewonnen. Die Rinde einer Korkeiche kann erstmalig nach 25 Jahren geerntet werden. Danach ist ein Abschälen der Rinde nur noch alle 7 bis 10 Jahre möglich, will man den Baum nicht schädigen. Die Nachfrage nach Kork ist in den letzten Jahren aufgrund seiner guten Eigenschaft als natürlicher Baustoff stark gestiegen, so dass die Korkeichen in immer kürzeren Abständen geschält und die Rinde geerntet wird, mit der Folge einer drohenden Übernutzung der Korkeichkulturen, die einen besonderen Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten bieten. So sind die Korkeichwälder in der spanischen Extremadura ein wichtiges Überwinterungsgebiet für unsere Kraniche.

Eine weitere Folge der großen Nachfrage nach Kork ist die verstärkte Umstellung auf Flaschenkorken aus Kunststoff. Mittlerweile sind rund 15 % Kunststoffkorken in den angelieferten Korkenmengen enthalten, deren kostenaufwändige Aussortierung notwendig ist. Daher sollten keine Kunststoffkorken in die Korkensammlung gegeben werden.

Die Kunststoffkorken können als Verkaufsverpackung über die Wertstofftonne am 1. Abfuhrtag/ Leichtverpackungen entsorgt werden.

Die in Steinhagen gesammelten Korken werden zu einer Sammelstelle nach Bielefeld-Bethel gebracht, wo sie anschließend durch ein vom Projekt "Korken für Kork" beauftragtes Transportunternehmen abgeholt werden.

Daher gilt weiterhin: jeder Korken zählt und sollte in der Korkensammlung der Gemeinde Steinhagen landen.

Neben der Sammelstelle im Rathaus, Zimmer 110 können Sie neuerdings auch hier Ihre Korken abgeben:

  • Gemeindehaus der Ev. Kirchengemeinde Brockhagen,
    Lutherstraße 11
  • Grundschule Amshausen, Auf dem Kampe 2
  • Grundschule Brockhagen, Kellerstraße 20
  • Gymnasium Steinhagen, Am Cronsbach 1 
  • Kindertagesstätte Ströhen, Ströher Str. 59
  • Kindertagesstätte Regenbogen, St.-Hedwig-Straße 9

Eine Abgabe der Korken ist zu den Öffnungs- bzw. Unterrichtszeiten möglich.

Die Abfallberatung der Gemeinde Steinhagen hält einige Infomaterialien zum Projekt "Korken für Kork" bereit, die sie gerne bei Interesse zur Verfügung stellt.
Weitere Informationen findet man auf der Homepage der Diakonie Kork, zu der man direkt über folgenden Link gelangt.